Beteiligung
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Keine Scheu vor neuen Quellen
Beteiligungskapital ist Eigenkapital, das von außen zugeführt wird. Grundsätzlich ist es für jeden Finanzierungszweck einsetzbar. Besonders häufig wird es zur Wachstumsfinanzierung, genutzt. Eine Übernahme von Unternehmen durch angestellte oder externe Manager (Management-Buy-out bzw. -Buy-in) erfordert meist zusätzliches Beteiligungskapital.
Der Vorteil: Beteiligungskapital verstärkt die Haftungskapitalbasis, verbessert die Bonität, erhöht die Wettbewerbsfähigkeit und macht das Unternehmen krisenfester. Beteiligungskapital und klassischer Kredit ergänzen sich. Denn die Erhöhung der Eigenkapitalquote ist häufig die Voraussetzung für neue Bankkredite.
Beteiligungskapital kommt aus drei wesentlichen Quellen:
- Spezialisierte Beteiligungsgesellschaften (Private Equity und Venture Capital) engagieren sich entweder für einen festgelegten Zeitraum oder mit dem Ziel, später durch einen Wiederverkauf oder Börsengang eine Wertsteigerung zu realisieren; meist handelt es sich um Minderheitsbeteiligungen.
- Private Kapitalgeber kommen eher für kleinere Firmen mit begrenztem Kapitalbedarf infrage und wählen häufig eine stille (nach außen nicht sichtbare) Beteiligung.
- Strategische Investoren (Unternehmen) bevorzugen meist eine offene Beteiligung und streben häufig nach der Kapitalmehrheit, weil sie mit der Beteiligung ihre Marktposition oder ihre technologische Basis stärken wollen.
Vor diesem Hintergrund sollten sich Kapital suchende Unternehmer gut überlegen, welche Beteiligungsform und welcher Kapitalgeber ihren Bedürfnissen am besten entsprechen – insbesondere hinsichtlich Finanzbedarf, unternehmerischer Unabhängigkeit, Beteiligung an Gewinn und Verlust, Dauer und Beendigung des Engagements.
Bayerische Kapitalhelfer
In Bayern unterstützt die Bayerische Beteiligungsgesellschaft (BayBG), ein mit der LfA Förderbank Bayern verbundenes Unternehmen, bereits über 500 mittelständische Firmen als Risikokapitalgeber. So etwa bei der Umsetzung von Wachstums- und Innovationsvorhaben, beim Gesellschafterwechsel oder bei der familienexternen Unternehmensnachfolge, der Optimierung der Kapitalstruktur sowie der Umsetzung von Turnaround-Projekten. Zur Wahl stehen stille und offene (Minderheits-)Beteiligungen oder eine Kombination von beiden. In jedem Fall bleiben Sie als Unternehmer der „Herr im Haus“.
Die Bayerische Garantiegesellschaft (BGG), eine Selbsthilfeeinrichtung der Wirtschaft, nimmt privaten Beteiligungsgesellschaften, die sich bei kleinen und mittleren Unternehmen in Bayern engagieren, einen Teil der Risiken ab. Die BGG nutzt dabei Rückgarantien von Bund und Freistaat. BGG, BayBG, KfW Mittelstandsbank und LfA Förderbank Bayern sind auch für das Programm „Eigenkapital für den breiten Mittelstand (EKBM)“ verantwortlich. Es wendet sich an größere Mittelstandsunternehmen, die mindestens fünf Jahre bestehen und ein stetiges Wachstum aufweisen. Mit Laufzeiten von sechs bis acht Jahren erhalten sie langfristiges Beteiligungskapital in Höhe von ein bis fünf Millionen Euro, mit dem sie in Ruhe arbeiten können. Der übliche Ausstieg aus dem Programm erfolgt per Rückzahlung oder Rückkauf durch das Unternehmen. Daher ist es auch gut für Familienunternehmen geeignet.
Tipp:
Kleine oder neu gegründete Hightech-Firmen bekommen zusätzliche Kapitalspritzen von der Bayern Kapital GmbH.
- Für junge, innovative Technologieunternehmen – auch Ausgründungen aus bestehenden Unternehmen (Spin-offs) – stellt sie Beteiligungskapital zur Verfügung.
- Mit dem Seedfonds Bayern leistet sie Anschubfinanzierung für die ersten Schritte.
- Mit dem Clusterfonds Start Up! unterstützt sie die Weiterentwicklung einer funktionierenden Technologie bis zur Marktreife.
- Eine umfassende Beteiligungsfinanzierung des gesamten Innovationsvorhabens – von der Konzeptphase bis zur Markterschließung – bieten der Clusterfonds Innovation bzw. für junge Hightech-Firmen in ländlichen Gebieten der Clusterfonds EFRE Bayern. Beide kooperieren dabei mit privaten Leadinvestoren (meist Venture-Capital-Gesellschaften), die mindestens 50 Prozent Finanzierungsanteil übernehmen müssen sowie ihre unternehmerische Expertise und ihre Netzwerke einbringen.
Interne Links:
Welche Rolle spielt das Eigenkapital?
Welche alternativen Finanzierungen gibt es?




