Kammern
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Stimme der Wirtschaft: Kammern als Dienstleister und Gestalter
Auch wenn jedes Unternehmen selbst für seinen Platz am Markt und im Wettbewerb kämpfen muss: Eine starke Interessenvertretung als Unterstützung ist ein wertvoller Beistand. Dabei leisten die Industrie- und Handelskammern (IHKs), die Handwerkskammern (HWKs) und die Kammern verschiedener freier Berufe sowie ihre Dachorganisationen in Bayern mehr als Lobbyarbeit.
Vor allem für die kleineren Firmen und Betriebe unter ihren Mitgliedern ersetzen sie als regional aufgestellte Dienstleister manche Funktion, für die in größeren Firmen eigene Stabsstellen eingerichtet sind. Darüber hinaus erfüllen sie zahlreiche gesetzliche Aufgaben, wie zum Beispiel die Abnahme diverser Leistungsprüfungen. Als Instrument der Selbstverwaltung und Selbstorganisation in der Wirtschaft bilden sie einen wichtigen Stabilitätsfaktor für den Standort.
Unter dem Dach des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) vereinen die bayerischen IHKs über 800.000 Mitgliedsfirmen und rund 46.000 ehrenamtlich aktive Unternehmensvertreter. IHKs setzen sich für bessere Bedingungen der regionalen Unternehmen ein, etwa für eine gute Verkehrsanbindung regionaler Standorte, bei der Reduzierung öffentlicher Abgaben und Steuerlasten oder zugunsten wirtschaftsfreundlicher lokaler und regionaler Entscheidungs- und Planungsprozesse. Vor allem aber stellen sie ihren Mitgliedern und Kunden einen reichen Erfahrungs- und Wissensschatz zur Verfügung.
Die bayerischen Handwerkskammern kümmern sich um die Bereiche Selbstverwaltung, Interessenvertretung und Dienstleistungen. Als hoheitliche Aufgaben führen sie zum Beispiel die Handwerksrolle und regeln das Prüfungswesen. Die Handwerkskammer sorgt für eine gemeinsame und solidarische Vertretung der Anliegen aller Handwerker in Politik und Öffentlichkeit und liefert eine maßgeschneiderte Beratung für ihre Mitglieder, die sämtliche Bereiche des betrieblichen Alltags umfasst. Auch auf dem Gebiet der Aus- und Weiterbildung stehen sie Unternehmern, Beschäftigten und Lehrlingen sowie Jugendlichen und deren Eltern mit Rat und Tat zur Seite.
Die Bayerische Architektenkammer und die Bayerische Ingenieurekammer-Bau sind Beispiele für die Selbstorganisation Freier Berufe. Zu ihren wesentlichen Aufgaben gehören die Beratung der Mitglieder, der Schutz ihrer beruflichen Belange, die Überwachung der Erfüllung beruflicher Pflichten, die Förderung der Baukultur, Wissenschaft und Technik sowie die Stärkung der Eigenverantwortung, Unabhängigkeit und Fachkompetenz. Unter anderem über Ausschüsse und Arbeitskreise gibt die Kammer ihren Mitgliedern Impulse für die unternehmerische Praxis.
Die Bayerische Landesapothekerkammer wiederum hat im Wesentlichen die Aufgabe, im Rahmen der Gesetze die beruflichen Belange der Apotheker wahrzunehmen, die Erfüllung der Berufspflichten ihrer Mitglieder zu überwachen, die Fort- und Weiterbildung der Mitglieder zu fördern, Wohlfahrtseinrichtungen für Apotheker und deren Angehörige zu schaffen sowie in der öffentlichen Gesundheitspflege mitzuwirken. Gerade die Fortbildung als Instrument zur Qualitätssicherung apothekerlichen Handelns sieht die Kammer als Aufgabe mit höchster Priorität.
Die Steuerberaterkammern in München und Nürnberg stellen über die Dienstleistungen für ihre Mitglieder auch übergeordnete Services für Kunden zur Verfügung. Dazu gehört zum Beispiel auf Wunsch die Vermittlung bei Streitigkeiten zwischen ihren Mitgliedern und deren Mandanten, etwa wenn es Probleme bei der Mandatsbearbeitung durch den Steuerberater gibt, wenn Gebührenrechnungen unklar sind oder im Fall von Differenzen bei der Herausgabe von Unterlagen. Auch stellt sie regional aufgebaute Steuerberater-Suchdienste zur Verfügung.
Tipp:
Alle Kammern bieten regelmäßig auch kostenlose Informationsveranstaltungen, Themengespräche oder Aktionstage an. Die Teilnahme daran ist „Weiterbildung pur“ für Unternehmer. Für Gründer, Selbstständige und Freiberufler ergeben sich bei solchen Terminen in der Regel auch gute Gelegenheiten, Kontakte zu knüpfen und mit Partnern bzw. untereinander ins Gespräch zu kommen.






